Wüstentour

Heute haben wir uns endlich mal einen freien Tag mit M ausgehandelt, wir brauchen etwasErholung und er wirkt ehrlich gesagt auch so Das heisst, dass unsere Kameltour erst am Abend (ca. 17-18 Uhr) beginnt und wir bis dahin „frei“ haben, Das brauchen wir auch dringend, um uns in jeder Hiunsicht zu akklimatisieren. Momentan ist es um etwa 10 Grad heisser als sonst um diese Zeit und deshalb verbringe ich S den Vormittag am Pool. Da sind noch einige Männer damit beschäftigt, die puren des SAnsturms zu beseitigen: Pool-Pflege (war zum Glück abgedeckt), sämtliche schweren Teppiche ausklopfen, Sand wegschaufeln...Komisch komme ich mir vor in meinem Bikini mit üppiger Oberweite vor den moslemischen Männern im wirklich pisswarmen) Pool zu planschen , deshalb wickle ich mich gleich wieder in meinen Pareo beim rauskommen. T ist intwischen zu mir gestoßen, sie war auf eigene Faust unterwegs, um das Dorf zu erkunden und erzählt, dass sie charmante Begleitung hatte von einem kleinen Jungen, der sie an die Hand genommen hat. Süssigkeiten hat sie keine gefunden, trotz kleinem Geschäft, nur einen Schlachtplatzmit blutlacken darunter (sie erzählt es ziemlich gechillt Zu Mittag ist es eh für alles zu heiss und so ziehen wir uns ins klimatisierte Zimmer zurück und nervöseln auf unseren Dromedary-trip hin. Genau vor unserem Turmfenster befindet sich der Kamelplatz, der sich langsam füllt. Wir können beobachten, wie die Kamletreiber (oft grössere Kinder) mit den riesigen Tieren umgehen, tw. mit dem Fahhrad über Stock und Stein die Herde zusammenhalten, wie sie noch gefüttert und getränkt werden und dann gemütlich in der prallen Sonne sitzen und auf uns warten. Bald geht es los, wir werden noch mit ausreichend Wasser vesorgt und unser Guide, ein älterer, noch topfiter, lustiger Bursche wird uns zugeteilt. Das Problem besteht heute eindeutig im Tragen von den erforderlichen langen Hosen und Ärmeln und natürlich den Turbanen dabei hilft uns unser Führer aber auf sehr kreative Weise. Nun werden wir noch unseren jeweiligen Tieren zugeteilt und dann wird aufgesessen (auf grobe, zusamengefaltete Decken, die am Dromedar verschnürt sind und einen Metallgriff vorne haben zum lebenswichtigen Festhalten). Die Tiere sind aneinandergebunden und trotten dann, das erste an der Leine des Führers, hintereinander her. Das Aufstehen fällt manch einem schwer, die Dorfkinder verabschieden uns lachend (komisch... doch dann schaukeln wir durch die beginnende Dünenlandschaft, oft hinauf und wieder hinunter, ein Jeep überholt uns und während ich mich ständig krampfhaft bemühe, eine halbwegs passable Sitzposition zu finden, beobachte ich unsere kleine Karawane: ganz vorne T auf em zotteligsten Vieh an der Leine, dann R auf dem Tier das hinten und vorne gleichzeitig brüllen kann und eignetlich einen guten Zahnarzt und einen Katalysator bräuchte, danach gleich leider ich auf einem braven Tier mit der (Auto-) nummer 065 im Ohr, danach kommen noch ein Franzose und seine Partnerin und unsere kleine Gruppe ist beendet, wird aber gefolgt von einer 6er-Gruppe aus zwei deutschen und vier Spanierinnen. Irgendwie habe, cih das Gefühl, dass jedr bekommt, was er verdient Wir alle werden in (theoretisch) 1,5 Stunden das Wüstencamp erreichen und dort übernachten. Die Hinreise gestaltet sich aufgrund vieler Fotos, einer kleinen Trinkpause und dem gestrigen Sandsturm länger als gedacht und man merkt, dass alle immer ruhiger werden. Als wir endlich fast da sind, absteigen düfen und nicht mehr wissen, wie man sich sinnvoll bewegt werden wir auch noch animiert, die riesige Düne hochzuklettern um „la soleigh“ zusehen. Aber wir drei können nicht mehr und hatten gestern schon den schönsten sonnenuntergang und wir ziehen es vor, zu Fuss die letztenMeter zurückzulegen. Völlig kreuzsteif (R), demoralisiert (T) und verschwitzt (S) kommen wir vor den anderen im Camp an. Wir bekommen ein dreier-Zelt zugewiesen, mit elektrischem Licht ausgestattet, innen stehen echte Betten und es ist stickig heiss. Dicht an dicht stehen diese niedrigen, dunklen Beduinenzelte im Viereck um einen grossen Platz, der komplett mit Teppichen ausgelegt ist. Auch der Weg zum Klohäuschen, wo es doch tatsächlich ein Wasserklo gibt (!), ist mit Teppichen markiert und so ziehen wir uns die sandigen Schuhe aus und beobachten die ca. 200m hohe Sanddüne, von der die anderen gerade zu uns herunterkommen. Im grossen Innenviereck des Camps wachsen zwei krüppelige Bäumchen, an denen zwei Snowboards lehnen. Kaum sind alle da, stürzen sich der (andere) deutsche und französiche Mann ins nächste Abenteuer und schnappen sich jeder eins von den Dingern und stürmen erneut die Düne. Genau wie es fimster wird sind alle wieder wohlbehalten da, restlos ausgepowert. „gewonnen“ hat natürlich (nach Stefan Raab-Art) der hyperaktive Deutsche und Tanja freundet sich spontan mit diesem Pärchen an. Ich glaube, der Mann erinnert sie mit seinen witzigen Sprüchen an ihren Onkel K (der ist ja auch SO ein Deutscher Es war noch ein netter Abend mit gemeinsamem Essen und danach konnte, wer wollte, draussen schlafen. Wir wollten schon, obwohl wir ein riesiges schwarzes Tier (Riesenameise oder Skorpion) vor unserem Zelt huschen sahen. Aber als der Abendwind lebhaft auffrischte fühlten wir sandsturm-traumatisiertes Weibsvolk uns drinnen wohler. Einige andere (die zwei Deutschen, auch R) genossen die mondhelle Nacht draussen. Eine Fledermaus verirrte sich sogar kurzfristig ins Küchenzelt, ein Mistkäfer (echter Skarabäus!) musste unter deutscher Hilfsbereitschaft leiden und wir hörten die seltsamsten Vogellaute. Aber wir waren so müde, dass wir trotzdem in unserem verschwitzten Gewand, ohne Zähneputzen einfach ins sandige Bett fielen und wirklich gut geschlafen haben - bis wir kurz vor Sonnenaufgang (5:30) wieder alle geweckt wurden. so konnten wir beobachten, wie schnell die Sonne über dem Kamelpferch wieder aufging und nach einem kurzen Frühstück muissten wir schon wieder aufsitzen (oje, wie nur?) und es dauerte nicht lange, bis die volle Tageshitze wieder da war. Unsere malträtierten Hinterteile wurden schon wieder durchgewalkt.Aber unsere Berberprinzessin mit ihrem langen wallenden orange-goldenem Turban am ersten Kamel hat doch glatt (scheinbar?) eine Methode gefunden, ihre Intimzone vor den Reibungskräften zu schützen und sitzt im Schneidersitz oder mit angewinkelten Beinen hoch oben - sieht echt lässig aus, schafft aber keiner nachzunachen, die Verrenkungen. Aber auch ihr tut der Hintern am Ende (fast) genauso weh wie allen anderen Unterwegs reisst sich unser letztes Kamel (mit der Französin) los, dreht um und will zurück u Oase. Alle anderen fangen plötzlich an zu rennen, aber es dauert nicht lange und der Chef hat wieder alle unter Kontrolle. Aber wir müssen einen Umweg machen, weil das dumme Vieh einem abgestellten Quad nicht über den Weg traut ein alter, gebückter Beduine begleitet uns zusätzlich und buddelt eine wunderschöne, weiss-gelbe Eidechse aus dem Sand, wie sie T vorher schon öfters beobachtet hat. Er will sie mir in die Hand drücken, doch ich trau mich nicht recht - ist aber dann echt so ein tolles Gefühl! jetzt wandert sie von Hand zu Hand, sogar einen Ausflug in Rs Tasche macht sie, dann wird sie wieder frei gesetzt. Wir hoffen so, dass wir endlich bald da sind, die Zeichen der Zivilisation mehren sich schon: dei Sendemasten sind schon lange zu sehen, der Müll wird wieder mehr,endlich ist der Startplatz in Sicht. beim Absteigen ist es wqieder knallheiss, alles tut uns weh, R fasst zusammen: „Im ready to die...“ Doch jetzt haben wir noch ca. eine Stunde zum duschen, zusammenpacken und dann kommt unsere längste Fahrt in sengend heisser Geröll-und Steinwüste auf uns zu...beim Duschen beschliesse ich, mein Apres-Sun in Apres-dromedary-trip umzufunktionieren und meine brennenden Weichteile mit deren Aloe-Vera-Inhaltsstoffen zu kühlen  

19.6.14 23:27

Letzte Einträge: Von der Wüste zur Oase, Über die Berge, Ans Meer, Unser Erholungstag, Unser letzter Tag, nach hause - zu hause

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