Über die Berge

Am nächsten Tag geht es wieder weiter, durch wüstenartige Hügeln, die rot und rosa schimmern, mit grünen Einsprenkelungen in den Senken. Mir fällt auf, dass diese kleinen Oasen in dem kahlen Umfeld von einem fast unnatürlichen Grün sind, jedenfalls wirkt der Kontrast einfach erstaunlich. Langsam werden die Hügeln zu Bergen, die Strasse windet sich hoch und wird an einer Gabelung plötzlich zum unbefestigten (Forst)weg - nur ohne Forst halt. Ich denke zuerst, dass das nur eine Baustelle ist, aber dieser Strassenzstand hält sich über viele Pässe, srpentinen hinauf und hinunter, zig Kilometer weit. T ist heute sowieso nicht begeistert übers Autofahren und jetzt noch so eine Strecke. Ihr wird immer unwohler und ich behalte sie gut im Auge. M erklärt uns, dass hier Bergbau betrieben wird (Kupfer glaub ich) und deshalb werden wir auch links von einer Waserleitung wie ein Gartenschlauch und rechts von einer Stromleitung wie eine Wäscheleine durchs Gebirge eskortiert. Ganz oben im Gipfelgebiet fahren wir dann an der Minensiedlung vorbei, aber das Abenteuer Berge ist damit noch nocht zu Ende. Denn auf der anderen Seite fahren die ganzen LKW das Erz ins Tal, im Schneckentempo und logischerweise tonnenweise Staub aufwirbelnd, der Sandsturm war nix dagegen, da waren wir ja auch nicht unterwegs. Das schlimmste ist, dass die „Strasse“ jetzt wirklich gefährlich wirkt, weil riesige Löcher klaffen, die nur durch rundherum aufgereihte Steine markiert (aber nicht gesicherrt!) sind. Und natürlich kann M nicht zig Kilometer hinter stinkenden, staubigen LKW`s herdackeln, bin ich ihm auch dankbar. T wird inzwischen eh schon immer noch grüner im Gesicht. Und tatsächlich, ich hab zwar echt Angst dabei, überholt er langasam aber sicher, immer mit seiner Zeichen-und Hupmethode einen nach dem anderen, wie durch ein Wunder, ohne in eines der Löcher zu stürzen. Laut M ist die Hupe soweiso was wichtigste Teil am Auto

Endlich ist die Strasse wieder asphaltiert, Zivilisation kommt in Sicht und M kann uns bald den Wunsch nach einem WC erfüllen. Durch sein „lot of blabla“ hat er uns schon viele Türen geöffnet und diesmal sind es halt die Türen eines Hotel-WC´s T geht es aber trotzdem noch nicht besser und so bekommt sie zwei Tabletten gegen Reiseübelkeit und langsam bessert sich ihr Zustand.. wir reisen jetzt wieder durch das Atlasgebirge und mir fällt sofort angenehm auf, dass die furchtbare Hitze verschwunden ist. Während wir das „Teppichland queren, suefzt r glücklich, weil ich ja eh schon einen habe und als kurz darauf das Safranland beginnt, möchte er plötzlich shoppen. Mit M´s Hilfe und sienen Tips ersteht ereinige Gramm bester Qualität (ähnlich mit Graspreisen, wie ich aus verlässlicher Quelle erfahre). Natürlich muss ich das Zeug in meiner Handtasche verstauen und verstink mir meine gansen Sachen damit :/

M erzählt uns, dass wir heute in einem alten Palast schlafen, der einmal einem Pascha oder so gehörte. Auch einen Pool soll es geben. Als wir in dem Dorf durch total vermüllte Seitengassen zum Hotel kurven, wird uns schon ein bisschen komisch. Doch M hatte recht: wir landen im Garten Eden, Betonung auf GARTEN! Der Palast-Komplex ist über einen riesigen Park verstreut, es gibt echte, weiche Wiese(!), es geht ständiger Wind, der laut in den sehr hohen Palmwipfeln rauscht, der Pool ist fasr genau vor unserem (eher spartanischen) Zimmer und es ist uns ehemaligen Wüstenbewohnern fast kalt bei 26 Gard Wassertemperatur und 30 Grad Luft (und Wind) Die exotische Üppigkeit der Pflanzen kann man kaum beschreiben, den Duft erst recht nicht, ich hoffe, die Fotos sagen mehr aus. aber die Tiere kann ich ja versuchen, wenigstens mit Worten einzufangen: dort laufen Pfaue frei herum, eine Henne davon hat sogar ein Küken, sie kommen zu den Mahlzeiten zum Tisch und sind zahm. Zum Abschied am nächsten tag schlägt sogar der Schönste sein Rad für uns! Eine Schildkrüte versteckt sich im Schatten unter einem Korb, vor unserem Balkon wachsen Feigen und dutzende von Orangen- und Mandarinen und Babanenstauden und blüten in allen Farben. Ach ja und in dem alten Gemäuer nebenan gibt es Falken, die dei taubenschwärme auf Zack halten (angeblich gezähmte). Störche überfliegen uns, es gibt viele verschiedene Vögel und - keine Mücken!

Obwohl der Mann in der Rezeption nicht sehr nett gewirkt hat und auf extrem umständliche Fornalitäten Wert legt, fühlen wir uns (aber erst am abend dann) wohl dort.Am Nachmittag macht sich nämlich plötzlich heimweh breit, vielleicht gerade wegen der Umgebung. Es war auch komisch, im Pool zu baden, sobald die moslemische Familie dabei war. Bei ihnen gingen (durften?) nur der Vater und der Sohn ins Wasser und hatten Riesenspass dabei, die grosse Schwester durfte voll angezogen nur mit den Füssen rein und die Mutter war ganz im Haus verschwunden. Zum Glück waren wir vorher allein, denn jezt trau ich mich nicht mehr, im Bikini rumzuliegen.

Ausserdem ist es hier im „grossen Süden“ fast unmöglich, ohne französisch auszukommen, was unser „fremdsein“ noch verstärkt. Aber langasm werde ich mutiger (und kreativer und kann mir schon einen Föhn auf französich leihen :D

 

21.6.14 19:02, kommentieren

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Von der Wüste zur Oase

Die Fahrt war wirklich unglaublich heiss und ermüdend. Ich glaube, M hat das bemerkt und gar nciht mehr lange bei jeder Ecke gefragt:“Do you want to take a picture?“ er liess uns in Ruhe schlafen, eine halbwegs schmerzfreie Position einnehmend und machte an einem wirklich schönen Cafe mit uns Zwischenstopp, von wo aus man von der Terrasse eine wunderbare Aussicht auf eine gigantische Palmenpflanzung hatte. Aber an diesem Tag waren wir selbst zum Foto schiessen zu fertig. Wir fuhren durch ca. dreihundertzweiundsiebzig ausgetrocknete, flache Flusstäler (ued auf arabisch), dutzende Orte, in denen gerade souk (Wochenmarkt) war - mit dementsprechend interessanten Verkehrs - Menschen - Tier - und sämtlichen Dingen, die man sich vorstellen kann-Ansammlungen, aber wir waren ausgedörrt, zerschunden und zu müde, um noch viel aufnehmen zu können. Ausserdem fand Ms „chillige Saharamusik“ nach der 29 631sten Wiederholung nur noch genausoviel Gefallen wie ein ausgelutschter Kaugummi, also nichts, das uns noch irgendwie sonderlich naheging. Das beste an dieser langwierigen Etappe war, dass M die Geschwindigkeitsbeschränkungen relativ egal waren und wir diesesmal keinen Ärger mit den häufigen Polizeikontrollen hatten. Und so landeten wir dann auch nachmittags im Draatal, das WASSER! führte, weil die Schleusen des Reservoirs für die Landwirtschaft geöffnet wurden. Dieser Anblick eines Wüstenflusses ist wirklich überwältigend! Irgendwie wie zuhause und doch gaaanz anders. Jedenfalls ist das Draatal eine langgezogene Flussoase mit üppiger Vegetation und doch am Rande der Wüste, die Berge rundherum sind komplett kahl und die Hitze ist genau dieselbe wie bisher. Aber ich verstehe jetzt trotzdem das marrokanische Sprichwort: „Gott hat die Wüsten erschaffen, damit die Menschen sich an den Oasen erfreuen können!“ Jetzt hat uns das Leben wieder! Erst recht, als wir unsere extrem versteckte, kleine Unterkunft in einem Oasendorf ereichen: ein entzückendes zuhause auf zeit, mit französich-sprechender Leitung und mangels eigener ausreichender Kenntnisse vorprogammierter kleiner Missverständnisse, aber voller Liebe zum Detail und wirkichem Entgegenkommen (Eiswürfel aus Flaschenwasser!) und wunderschönen Innenhöfen mit vielen exotischen, herrlich blühenden Pflanzen und Brunnen und Pool (etwas verschmutzt, aber T: „in den Abtsdorfer See geh ich ja auch!&ldquo. So kann man die Hitze in den halbwegs erträglichen Abendstunden aushalten, sogar um den Mückenschutz haben sie sich Gedanken gemacht! Hallo, wir sind wieder voll da

 

19.6.14 23:30, kommentieren